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Marvin Ogunsipe: Über jede EuroLeague-Minute glücklich

Fast fünf Jahre ist es nun schon her, dass Marvin Ogunsipe von den Vienna D.C. Timberwolves zu Kooperationspartner FC Bayern München Basketball wechselte.

In seinem ersten Deutschland-Jahr konnte er aufgrund der außergewöhnlichen Möglichkeiten des Ballsportgymnasiums – wie später auch Erol Ersek - die Matura in Wien ablegen und somit die Timberwolves Basketball Academy absolvieren. Zudem war der Forward einer der Schlüsselspieler beim Gewinn des deutschen U19-Meistertitels (NBBL).

Danach war Marvin zunächst hauptsächlich im Farmteam der Bayern aktiv, er trainierte aber auch mit der „Kampfmannschaft“. 2016/17 gab der Wiener sein Debüt in der deutschen Bundesliga, 2017/18 kam er auch bereits im Eurocup zum Einsatz und durfte sich beim Gewinn des deutschen Meistertitels über Playoff-Einsätze freuen.

marv realIm vergangenen Sommer bekam Marvin zusätzlich zur österreichischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft, er unterschrieb einen mehrjährigen Profi-Vertrag. Neben regelmäßigen Einsätzen in der BBL steht der Ex-Timberwolf nun auch in Europas höchster Spielklasse, der EuroLeague, auf dem Parkett: Seit Mitte Dezember wurde Marvin dort zehnmal eingesetzt, im Durchschnitt sechs Minuten lang. Er war unter anderem Starter im Heimspiel gegen Real Madrid (14 Minuten) und durfte auch beim sensationellen Sieg gegen Topfavorit Fenerbahce Istanbul ran. (Bild: auswärts gegen Real Madrid)

Im ÖBV-Nationalteam ist Marvin längst eine feste Größe, beim erfolgreichen Entscheidungsspiel um den Vorquali-Gruppensieg gegen Großbritannien legte er ein Double-Double auf.

Im Interview mit dctimberwolves.at gibt Marvin, seit Kurzem 23 Jahre alt, Einblicke in sein Profi-Leben:

Marvin, du darfst dich seit Mitte Dezember mit den allerbesten Teams Europas in der EuroLeague messen.

Leider hat sich Devin Booker verletzt, seither komme ich auch international regelmäßig zum Einsatz. Für mich persönlich ist es natürlich super. Das Niveau in der BBL schon sehr gut, in der EuroLeague ist es aber noch einmal ganz etwas anderes. Die Intensität ist sehr hoch, die Klasse der Spieler sowieso, die Hallen sind teilweise riesig und die Fans extrem enthusiastisch.

marvin 2bl stpDu spielst hauptsächlich als Center, aufgewachsen bist du eher als Small Forward und Power Forward.

Ich hätte vor der Saison nicht gedacht, dass ich gegen die Besten der Besten so viele Minuten bekommen würde, daher ist das eine super Sache. Center ist nicht meine gelernte Position, aber ich bin froh, dass ich Minuten auf höchstem Niveau bekomme. Ich bin über jede EuroLeague-Minute glücklich. Einige Schlüsselspieler können so auf ihren normalen Positionen spielen, ich nehme meine Rolle gerne an. (Bild: Mit den Timberwolves in der 2BL gegen St. Pölten)

Ihr seid dem Ziel Playoffs, also einem Platz unter den besten acht Teams Europas, recht nahe. Wie sehr spürt ihr die Doppelbelastung?

Die Belastung ist groß, auch im Training arbeiten wir weiter hart. Zum Glück haben wir in der BBL einen kleinen Polster. In der Liga können dadurch hin und wieder Schlüsselspieler geschont werden, obwohl auch dies wegen verletzungsbedingten Ausfällen nicht immer so leicht möglich ist.

Vor fünf Jahren hast du noch in der 2BL in Österreich gespielt, jetzt trittst du in der EuroLeague gegen internationale Stars an.

Es ist schon cool, wenn man zurückdenkt, wie sich alles entwickelt hat. Der Sprung von den Timberwolves zu den Bayern war schon groß, aber jetzt bin ich praktisch von der Pro B in die EuroLeague gekommen. Das war ein noch größerer Schritt, aber auf jeden Fall ein sehr motivierender. Ich möchte mich stetig weiterentwickeln und verbessern, meine Rolle Stück für Stück vergrößern.

marv hub madridEine große Rolle hast du im österreichischen Nationalteam bereits inne. Wie stolz seid ihr auf den Gruppensieg in der EM-Vorqualifikation?

Es macht immer großen Spaß, zum Nationalteam zu kommen, auch wenn der Terminplan für die EuroLeague-Teams sehr eng ist. Wir können stolz sein, gerade das Rückspiel gegen Großbritannien war wegen der vielen Ausfälle keine leichte Aufgabe. Jetzt hoffen wir, auch in der Haupt-Quali für die EM erfolgreich zu sein. (Bild: Mit Wolves-Coach Hubert Schmidt vor dem Spiel in Madrid)

Wie stehst du noch mit den Timberwolves in Kontakt, wie verfolgst du die Entwicklung?

Mit einigen Trainern wie Andi Schnedl oder Aldin Saracevic schreibe ich recht häufig. Auch mit Wolfgang Horak besteht guter Kontakt und natürlich mit ehemaligen Mitspielern wie Jakob Pöltl und Marko Soldo. Ich bin immer noch sehr dankbar für die Jahre bei den Wolves, die die Grundlage für meine Entwicklung waren, und dass mir der Schritt zu den Bayern ermöglicht wurde. Ich verfolge natürlich vor allem die starken Ergebnisse seit dem Aufstieg in die ABL. Super finde ich, dass weiterhin so viele junge Spieler Einsatzzeit bekommen.


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